Der Pizzakarton

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2004 entdeckte ich  Pizzakartons (Tiefkühlpizzakarton, die eingeschweisste Pizza kommt mit dem Karton nicht in Berührung) für mich als Bildträger und entwickelte mit Hilfe vieler experimenteller Versuche u.a. auch meine Leinwandkartonagen aus Pizzakarton. Seit 2006 male  ich ausschliesslich auf diesem Bildträger. Ich liebe diese Vorgehensweise, weil ich dadurch  einen Bezug zu meinem Bildgrund habe und es ressourcenschonend ist.  Der Pizzakarton ist meiner Malerei zwar untergeordnet, aber er ist eng mit meiner Kunst verbunden. Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob so ein Kartonbildträger denn auch lange haltbar sei. Nach meinen Recherchen kann er sogar sehr lange haltbar sein. Es gibt gut erhaltene Bilder von Malern, die auf Pappe und Karton gemalt haben ( z.B. malte Toulouse Lautrec 1864-1901  hauptsächlich auf ungrundiertem Karton), und das älteste Kartonmodell aus dem Modellbau ist sogar aus dem 16. Jahrhundert. Die Leinwandkartonagen sind natürlich nicht so robust wie eine Leinwand, sie müssen etwas achtsamer behandelt werden. Da ich fast täglich male, brauche ich viele Kartons und die bekomme ich auf unterschiedlichen Wegen. Über Freunde und Bekannte; über mich,und über Papierrecyclingstationen.

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rechtes Bild:                                            Eines meiner 1.Pizzakartonbilder

Im Malprozess stellte ich fest, dass die Ecken und Kanten des Pizzakartons, die Falzlinien und die Klebestrukturen mich inspirierten und zum Ausdruck meiner Bilder beitrugen. Ich lernte etwas über die Schönheit der praktischen Notwendigkeiten, die meist unsichtbar ihr Dasein fristen und will ihnen in meinen Bildern eine eigene zarte Impression und  Würdigung verleihen.  Zu dieser Sichtweise inspiriert haben mich u.a. Arbeiten von KünstlerInnen des Minimalismus/Konzeptkunst.

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Aus der Serie „Le Cheval“, Acryl auf Pk., 09, 18 x 13 cm, nicht verfügbar

weitere Tierbilder befinden sich in der  Kategorie: Tierische Artenvielfalt

Im laufe der Zeit entwickelte ich ein Konzept, in dem das Material Pizzakarton unterschiedliche Verarbeitungsweisen erfährt. Für meine  kleinformatigen  Serien schneide ich den Karton in mehrere gleichgrosse Formate und beziehe oft Falzlinien und Klebestrukturen mit ein. Für die Rahmung der Bilder greife ich das Thema: „Befestigungsspuren und praktische Notwendigkeiten sichtbar machen“  auf, und nähe die Bilder mit Nadel und Faden auf Passepartoutkarton. Meine kleinformatigen Tagesbilder rahme ich aber klassisch unter Passepartout.

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„Kleine Krawattenvenus“,  09, Acryl auf Pk., 8,5 x 5,5 cm

Bilder aus dem Projekt: La Cravate

Für bestimmte Projekte werden die Pizzakartons in einer von mir entwickelten Technik, wie zu  kleinen Leinwänden verarbeitet.

Leinwandkartonagen aus Pizzakarton a 26 x 26 cm

 

 


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Aus dem Projekt „Pavel“, 08, Acryl auf Pk., 26 x 54 cm

16 thoughts on “Der Pizzakarton

  1. Liebe Helen
    Mein Deutsch ist nicht gut, aber ich verstehe Malerei (teilweise )
    Porträt von Alberto Giacometti (Museum of Contemporary Art in Teheran sind einige seiner Werke), Käthe Kollwitz, Friedensreich Hundertwasser … sind schön! Und Pappe Pizza wichtig, ein Kunstwerk zu schaffen.
    Erfolg

  2. Vielen Dank Markus und es freut mich sehr, wenn ich ein Lesetipp in Deinem Blog sein kann. Herzliche Grüsse
    Helen

  3. Mal was anderes, etwas außergewöhnliches und auch noch gut für die Umwelt.

    Auch wenn sich mein Blog nicht um Kunst und Kultur dreht, so werde ich trotzdem deine Webseite als Lesetipp in meiner ersten Artikelserie vorstellen, soweit es dir recht ist.

    Gruß

    Markus

  4. Hallo Renate, danke für Deinen schönen Kommentar und ich freue mich sehr über die Verlinkung auf Deiner Hp, herzlichen Dank dafür und liebe Grüsse

  5. Ich finde das mit den Pizzakartons eine Klasse Idee. Recycling mit Spass und Sinn. Da es mir so gut gefällt werde ich von deiner Hp einen Link auf meiner Hp setzten. Hoffe es ist dir Recht.

    Lg Renate

  6. Vielen Dank, das freut mich von einem tollen Fotografen mit Humor (habe mich sehr amüsiert über Deine Pseudonymfindung) wie Dir zu hören. Viele Grüsse nach Berlin

  7. Ich bin beeindruckt. Leider bin ich selten in Bremen, eigentlich nie. Sag Bescheid, wenn Du in Berlin ausstellst.

  8. Deine Arbeiten sind sehr originell!
    Über den Traumfilm haben wir uns gerade amüsiert…
    Ich freue mich auf deine nächste Ausstellung bei uns. Weiter so!

    LG Johanna

  9. nette idee

    vielleicht können wir eine gemeinsame aktion starten bin inhaber einer pizzaria

    gruß

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