Paula M.B; Ausstellungstip Bremen

Paula, 14 x 14 cm, Acryl auf Pizzakarton

Paula Modersohn-Becker (1876-1907). Vom 18.07-19.09. 2010 zeigen die Kunstsammlungen Böttcherstrasse in Bremen einen Überblick über das Lebenswerk der Künstlerin, die als eine „Pionierin der Moderne“ gilt. Paula M.B hat bereits in jungen Jahren ein bahnbrechendes, umfangreiches Werk erstellt und ist tragischerweise bereits im Alter von 31 Jahren, kurz nach der Geburt ihres Kindes gestorben. Sie schuf mit dem Bild „Selbstbildnis am Hochzeitstag“ 1906, das in der Ausstellung zu sehen ist, den ersten Selbstakt einer Frau in der Kunstgeschichte. Gestern war ich mit meinen wunderbaren Malkolleginnen in der Ausstellung und wir waren fasziniert. Viele Bilder die wir noch nie von Paula gesehen haben (darunter auch Leihgaben privater Sammler) sind dort zu sehen und auch Kohlezeichnungen, die ihr grosses Können als Zeichnerin repräsentieren. Meine Lieblinge von Paula sind die Stillleben und die beiden Mädchen mit Schleifen im Haar, aber alle Bilder sind äusserst sehenswert. Die Ausstellung geht über mehrere Etagen; ….Zeit mitnehmen und sich von der Intensität, Authentizität und Wehmut der Bilder einer grossartigen Malerin berühren lassen und…..Jacke nicht vergessen; durch die Klimaanlage zum Schutz der Bilder ist es innen kühl. Böttcherstr. 6-10, 28195; geöffnet dienstags bis sonntags 11-18 Uhr; Infos zur Ausstellung über diesen Link www.pmbm.de

6 thoughts on “Paula M.B; Ausstellungstip Bremen

  1. schön, dass Du jeden Tag geniessen kannst, ich arbeite dran und oft gelingt es. Ich bin auch älter, mitlerweile sogar grauhaarig älter.

  2. Sehr weise sind die Gedanken der Paula und ich werde sie mir gut merken. Mein Fest hält schon länger an als Paulas. Ich geniese jeden Tag!

    Ich habe noch nicht geschaut, wie alt du bist, Helen. Aber ich denke auch älter, als Paula war!

    Danke für das Zitat!

  3. Ich danke Dir für Deine Zeilen Susanne!
    Nachdem was ich von Paula gelesen und gesehen habe, glaube ich, dass Paula eine grosse Gabe hatte ganzheitlich auf sich selbst, die Menschen und die Natur sehen zu können und sie dadurch Polarisierungen weitestgehend vermeiden konnte. Das hat ihr einen allumfassenderen Blick auf die Welt beschert. Ihre Bilder und Texte sind daher zeitlos, voller Verständnis für die Menschen in ihrem Sein…..einfach tröstlich, aber auch anspruchsvoll. Sie kann auf der ganzen Welt verstanden werden……sie ist ja auch weltweit anerkannt. So eine Auffassungsgabe kann eine grosse Befreiung bedeuten von allgegenwärtigen Bewertungen und Verurteilungen, denen die Menschen damals wie heute, sich selbst und anderen gegenüber, ausgesetzt sind. Ich denke Paula war sich bewusst, dass sie zu einem Quantensprung in der Malerei beitragen konnte und tief innen war ihr auch bewusst, dass Frau und Mann geichwertig sind und dass ihr Vater Unrecht hatte. Dieses Wissen hat Ihr vieleicht die Kraft gegeben an sich zu glauben und allen Widerständen zum Trotz ihren Weg zu gehen ohne Diejenigen zu verurteilen, die ihr Steine in den Weg legten. Was für eine Frau! Es lohnt sich wirklich sich von ihren Bildern und Texten berühren zu lassen. Nachtrag; ich habe gerade die Zeilen gefunden, in ihren Briefen, die ich nie vergessen habe und die ein bisschen darüber trösten, dass sie so früh gestorben ist.Zitat:“ Mir kamen heute beim Malen die Gedanken her und hin, und ich will sie aufschreiben für meine Lieben. Ich weiss, ich werde nicht mehr lange leben. Aber ist das denn traurig? Ist ein Fest schöner, weil es länger ist? Und mein Leben ist ein Fest, ein kurzes, intensives Fest“. Paula schrieb diese Gedanken am 26. Juli 1900.

  4. Ich bin auch ein Fan von P.M.B.

    Mein Lieblingsbuch zu diesem Thema ist „Ich, Paula“ von Margret Steenfatt. Es enthält viele Briefe oder Ausschnitte aus Briefen.

    Unter anderem schrieb ihr ihr Vater:

    „Ich glaube nicht, dass du eine gottbegnadete Künstlerin ersten Ranges werden wirst, das hätte sich doch wohl schon früher bei dir gezeigt, aber du hast vielleicht ein niedliches Talent zum Zeichnen, das dir für die Zukunft nnützlich sein kann… Wenn du ach nicht Vorzügliches dann leistetst, do kannst du es durch Ausdauer über die grobe Mittelmäßigkeit bringen und nicht im Dillettantentum untergehen…“

    Ich habe diese Zeilen im Buch nur einmal gelesen und nie vergessen. Was muss P.M.B. für ein Schmerz empfunden haben, solche Worte von ihrem Vater zu hören. Mit diesen Worten sind ihr auch der Zeichenunterricht gestrichen worden.

    Schön, dass du uns mit dem Portrait an sie erinnerst, Helen.

    Gruß Susanne

  5. Ja, schade das Du so weit weg wohnst! Ich denk auch oft, wäre sie doch bloss nicht zu ihm zurückgekehrt.Ich werde mit Sicherheit noch einmal zur Ausstellung gehen.

  6. Ich wünschte, ich könnte die Ausstellung sehen.
    Ich werde heute noch wütend, wenn ich daran denke, dass sie sich, endlich endlich in Paris angekommen, von Ihrem Mann, der ihre Konkurrenz fürchtete, zurück nach hause hat schleifen lassen. Aber ich glaube, sie war da schon schwanger und hatte damals keine Wahl. Ihre Bilder sind atemberaubend und ähnlich intensiv und geradezu lebendig wirkend, wie die von van Gogh.

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