eine Frau mit Bart

07/’10, 14 x 14 cm, Acryl auf Pizzakarton

dieses Bild ist nicht mehr verfügbar und istjetzt in bella Italia

Ich bin vorletzte Woche auf den Blog Frau mit Bart aufmerksam geworden und hatte sofort Lust ein Bild von dieser mutigen Frau zu malen. Dann habe ich Mariam am gleichen Tag zufällig auf der Breminale gesehen und sie gefragt ob sie damit einverstanden wäre, dass ich mir ein Bild ausdrucke, male und hier einstelle, und sie war einverstanden. Mariam ist eine Frau, der ein Bart wächst. Das ist wohl gar nicht so ungewöhnlich. Es gibt Frauen, denen aus erblichen Gründen ein Bart wächst und die dann alles mögliche unternehmen, damit es möglichst niemand merkt. Es wird sich oft 2mal am Tag rasiert, gezupft; es wird epiliert, mit Wachs gearbeitet. Die Haut ist geschunden, gerötet und oft entzündet. Die Haut bekommt einen Bart, ist aber dennoch eine zartere Frauenhaut. Und dann immer die Angst, jemand könne es bemerken, die Scham. Irgendwann entschied sich Mariam: Schluss damit! Ich wage ein Experiment, lasse meinen Bart wachsen und schreibe meine Erfahrungen in einem Blog nieder. „Was passiert, wenn der Bart sein darf und ich mich einfach so akzeptiere wie ich bin, unabhängig davon was Andere denken“, schreibt sie sinngemäss  in ihrem Blog, den sie im August 2008 begann.  Ich finde es ungeheuer spannend in ihrem Blog zu lesen und man kann viel lernen über Mut, Toleranz, Solidarität, Warmherzigkeit. Aber es wird, auch über die Kommentare, ebenso die andere Seite sichtbar; Unverständnis, Vorurteile und Arroganz. Ich jedenfalls habe viel Achtung vor ihrem Experiment und finde es toll was sie macht, egal wie lange es dauert!

2 thoughts on “eine Frau mit Bart

  1. Liebe Martina, ich sehe es ganz genauso wie Du! Ich habe mich vor einiger Zeit entschlossen meine Haare nicht mehr zu färben. Dazu brauchte ich auch Mut. Hallo schaut her, ja ich bin jetzt grau; ich bin jetzt älter; so ist es. Es war wichtig für mich und es hat mir Selbstvertrauen und Kraft gegeben….andere Frauen hatten es mir vorgemacht. Ich weiss noch nicht ob ich es immer so belasse, aber im Moment. Ja! Um so mehr Respekt habe ich vor Mariam, dass ist eine richtig grosse Sache!
    Ich danke Dir für Deinen Kommentar.
    viele Grüsse Helen

  2. Ein sehr schönes Bild.
    Mir wird in letzter Zeit immer deutlicher klar:
    wer mutig ist, ist nicht nur mutig für sich selbst, sondern auch für die Mitmenschen.
    Weil Mariam mutig ist, fällt es z.B. mir leichter, auch mutig zu sein. Und vielleicht ist dann wieder jemand mutig, weil ich es bin….
    Mutig sein heißt ja nicht, keine Angst zu haben, im Gegenteil. Über meinem Schreibtisch hängt schon seit langem ein Spruch: „Courage is fear that has said it´s prayers.“
    Ich glaube, es wird Zeit, mir das mal wieder bewusst zu machen.
    Danke Helen, für diesen Blogpost. :-)

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